Rückblick: Ständige Konferenz der Auftragsberatungsstellen in Trier

Am 09. und 10.06.2026 kam die Ständige Konferenz der Auftragsberatungsstellen (StäKo) in Trier zu ihrer turnusmäßigen Sitzung zusammen. Die Teilnehmer erwartete ein intensives Programm mit hochkarätigen Gästen und spannenden vergaberechtlichen Themen.

Herzlicher Empfang und Bundesländer-Austausch

Zu Beginn wurden die Teilnehmer persönlich durch die Hauptgeschäftsführerin der IHK Trier, Frau Schöpf-Holweck begrüßt.  In ihren einleitenden Worten hob sie die essenzielle Bedeutung der Auftragsberatungsstellen für die Wirtschaft und die Vergabepraxis in Deutschland hervor – ein motivierender Auftakt für die anschließenden Fachdiskussionen.

Im Fokus des anschließenden Bundesländer-Austauschs standen insbesondere die länderspezifischen Entwicklungen beim Umgang mit der Tariftreue und die aktuellen Anpassungen der Wertgrenzen, speziell im Bereich der Direktaufträge, die bundesweit für reichlich Gesprächsstoff sorgten.

Fokus Berlin und Brüssel: Bürokratieabbau und das neue BTTG

Ein Kernthema jedes Treffens ist der Blick auf die Bundes- und Europapolitik. Ein zentraler Hebel für den Bürokratieabbau bleibt dabei die Fortentwicklung des Amtlichen Verzeichnisses präqualifizierter Unternehmen (AVPQ). Die Praxis zeigt immer wieder, wie wichtig die Präqualifizierung ist, um Vergabeverfahren schlank und effizient zu halten.

Besprochen wurde das neue Bundestariftreuegesetz (BTTG), das zum 01.05.2026 in Kraft getreten ist. Für die Auftragsberatungsstellen ergibt sich eine abwartende Haltung.

Das Gesetz sieht unter anderem eine Zertifizierung vor, die durch die Auftragsberatungsstellen durchgeführt werden soll. Bisher fehlen jedoch sowohl die Tariftreue-Rechtsverordnungen des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) als auch die spezifische Rechtsverordnung zu Verfahren und Inhalt der Zertifizierung nach § 10 BTTG. Eine Umsetzung dieser Zertifizierungen ist uns daher aktuell noch nicht möglich.

Ob und wann die Industrie- und Handelskammern künftig eine Zertifizierung anbieten können, ist noch nicht abschließend geklärt, da die notwendigen Entscheidungsgrundlagen bislang noch nicht vollständig geschaffen worden sind.

Aktuelles aus den Ministerien und digitale Zukunft

Traditionell gab Dr. Gunnar Zillmann, Leiter des Referats IB5 beim Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK), einen fundierten Überblick über die neuesten Entwicklungen im Vergaberecht. Ergänzt wurde dies durch einen aktuellen Sachstandsbericht der DIHK zu den angestrebten Änderungen der EU-Vergaberichtlinien.

Abgerundet wurde die Agenda durch zukunftsweisende Begleitthemen: Die Rolle digitaler Marktplätze und die strategische Positionierung des AVPQ in diesem digitalen Ökosystem wurden intensiv beleuchtet.

Ein herzliches Dankeschön nach Rheinland-Pfalz

Eine rundum gelungene Tagung lebt nicht nur von den Fachinhalten, sondern auch von der Organisation und der Atmosphäre. Ein ganz besonderer Dank gilt daher dem ausrichtenden IHK/HWK-Auftragsberatungscentre Rheinland-Pfalz (abc), insb. Frau Dagmar Lübeck, für die hervorragende Vorbereitung und die Gastfreundschaft. Auch das wunderbare Rahmenprogramm bot den perfekten Rahmen, um die Gespräche in informeller Runde zu vertiefen und das Miteinander zu stärken.

Die Tagung in Trier hat einmal mehr gezeigt, wie wichtig der direkte, persönliche Austausch ist, um die Weichen für ein praxisnahes und modernes Vergaberecht zu stellen.

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